Montag, 18. April 2016

weil auch scheitern funktioniert


Der finger drückt auf den roten knopf oben rechts auf der neuen uhr,die beine gehen über in langsamen trab, dann ins gehen.
17.4.2016, 36. Hamburg marathon, ca. km 13. Ich verlasse die laufstrecke, gehe unter der u-bahnbrücke durch auf den fußgänger weg und zurück nachhause. DNF, der erste ohne zwingende umstände. Ich harte null spaß, von anfang an. Die ganze woche vorher verhalten optimistisch, ganz klare ansage war die 42,195km lange strecke in 2:XX:XX zu laufen, hab es für schwer, aber möglich gehalten.
Gut trainiert nach der brocken challenge ohne größere probleme, bei intervallen wie immer hart mit dem tempo gekämpft, lange tempoläufe waren gut. Meine üblichen umfänge brav reduziert, nur eine ultradistanz 3 wochen vorher, alles im rahmen, zumindest so, das ein einbruch frühestens ab km 30 dadurch erklärbar gewesen wäre. Also was ist passiert.
Mittwoch 5km im renntempo, supereasy, null problem.
Sonntag dann beim start, viel voller im block als letztes jahr, sofort hart genervt, meine crew meiner meinung nach immer 3-5 sek zu schnell, fand ich auch scheiße, aber die zielzeit gibt den pacern recht, henning und martin siind in 2:58:XX ins ziel, geil henning, glückwunsch!
Ich wußte bei km 3 eigentlich schon, das es für mich heute nicht geht, bei km 5 war ich schon richtig im eimer, unerklärlich. Christian kam zu mir und wollte mich aufbauen, aber ich war schon im alles-scheiße modus. Lauffreunde schwachköpfe e.V. oder wie die hießen in 5er reihe nebeneinander vor mir haben meine laune nicht verbessert, wie ignorant kann man eigentlich sein? Hallo, ihr seid nicht die einzigen auf der strecke. Und wieder mal fällt mir auf, das ich riesen events einfach nicht mag. Ich mag nicht von hundert leuten angefeuert werden, ich will meine ruhe. Aber naja, das wußte ich ja vorher. Ich denke, das wird mein letzter großer marathon gewesen sein, ob ich nochmal die sub 3 probiere lass ich mal offen.
Fakt ist, ich bin aus dem rennen ohne zu müssen. Kritisiere ich bei andern leute oft, keine lust ist kein aufgabe grund, es zählen nur verletzungen oder erkrankungen. Zumindest bei landschaftsläufen/ultras hat sich die meinung auch nicht geändert. Eigentlich auch sonst nicht, ich bin nicht stolz auf mein DNF, halte es aber trotzdem für richtig. Ich bin nicht zum sightseeing durch die stadt gelaufen, sondern nur mit dem 2 zielen, sub3 zu laufen UND (möglichst lange) spaß zu haben. BEIDES hat nicht statt gefunden. Meine laune wurde von schritt zu schritt schlechter. Die beine haben sich nicht eingelaufen. Es gab tatsächlich keinen grund weiterzulaufen, ausser prinzipell zu ende zu laufen. Das ist für mich in einen „event-lauf“ definitiv nicht genug. Also hab ich mich entschieden bei km 13 zu scheitern, nicht erst bei 42.195.
Entäuscht bin ich über meine nicht-leistung, die für mich so früh im rennen nicht wirklich erklärbar ist, außer mit gebrauchter tag.
Und entäuscht bin ich, das ich die skeptiker, die meinen meine umfänge & sub 3 funktionieren in meinem alter nicht, nicht widerlegen konnte.
Freuen tu ich mich, das ich jetzt wieder so viel laufen kann, wie ich lustig bin, nicht mehr jede sekunde zählen muss. Und ab sofort wieder meistens müde beine hab. Und haben darf. On the way to leadvilletrail100. wird super

Kommentare:

  1. Es ist wie es ist - und wenn Du nicht mit Dir haderst, ist es gut.

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  3. Ich bin noch nie deine 5 / 10 km Zeiten gelaufen und werde sie auch nie erreichen. Mir gefällt deine ehrliche Art, akzeptiere ich voll und ganz. Trotzdem: nachts ist es kälter als draußen und wenn du aufgibst, fange ich gar nicht erst an.

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